Wir werden Genoss:innen!
Werden wir?!?
Wir, die Bewohner:innen der „Kuchen-Kaiser“-Häuser am Oranienplatz in Kreuzberg, wollen unsere geschichtsträchtigen Häuser vor einem Verkauf an unberechenbare Investoren bewahren und in die Obhut einer Genossenschaft bringen, um so Wohnraum zu sozialverträglichen Konditionen zu erhalten.

Es ist uns gelungen die Eigentümer:innen zu bewegen, unsere Häuser nicht auf dem „freien Markt“ zu verkaufen, sondern an eine Genossenschaft zu veräußern. Wir Mieter:innen haben es in einer gemeinsamen Anstregung geschafft, den notwendigen Eigenanteil zum Ankauf aufzubringen.

Die SelbstBau e.G., die wir für unser Projekt gewonnen haben, ist sich mit den Eigentümer:innen prinzipiell handelseinig. In einem stark im Umbruch befindlichen Quartier mit stetig wachsenden Mieten könnten so 26 Genossenschaftswohnungen entstehen, die dauerhaft zu einem bezahlbaren Wohnungsangebot in Kreuzberg beitragen.

Ein Happy End? Fast. Im Moment (Stand: Januar 2025) warten wir darauf, ob es uns gelingt auch die letzte Hürde zu nehmen: die Senatsförderung für den Bestanderwerb durch eine Genossenschaft.
Update, 31.01.25: Die Prüfung durch die IBB ist abgeschlossen & prinzipiell positiv verlaufen. Die vorletzte Hürde scheint geschafft. Nächster Schritt: Bewilligungsausschuss. Wir drücken uns die Daumen!
Update, 04.03.25: Nach langem Bangen mehren sich die Zeichen, dass die Senatsförderung zum Kauf unserer Häuser bewilligt wird. Damit wäre auch die letzte große Hürde überwunden. Hurra!
Update, 11.03.25: Wir können es selbst noch kaum glauben: Die Fördermittel zum Kauf unserer Häuser wurden bereitgestellt. Vielen Dank an alle, die sich in und bei Senat & IBB für uns eingesetzt haben!
Land in Sicht!
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hat bekannt gegeben, u.a. für den Ankauf der Wohnungen in unseren Häusern Fördermittel bereit zu stellen.

Das ist eine sehr gute Nachricht. Die letzte große Hürde scheint geschafft. Sollten wir nun nicht noch auf unbekannten Grund laufen, steht unserem Projekt nichts mehr im Weg.
„Der Senat hat das Ziel, durchschnittlich bis zu 20.000 neue Wohnung pro Jahr zu bauen, davon bis zu 5.000 Sozialwohnungen. Mit der sozialen Wohnraumförderung (…) und der Genossenschaftsförderung soll das Neubauziel von Sozialwohnungen erreicht werden.“
Der Regierende Bürgermeister / Website Senatskanzlei
https://www.berlin.de/rbmskzl/fokusthemen/bauen-und-wohnen
Der Song zum Haus
Kay Vega • Naunyn 46

Der ganze Songtext zum Mitlesen und Mitsingen
Naunyn 46
Text und Musik: Kay Vega
Samstagmorgen kurz nach sieben,
ein Laubbläser bläst
doch viel Laub bleibt liegen,
vor der Naunyn 46.
Kurz vor acht kommt der Hauswart,
etwas angedröhnt, er beschwert sich,
dass hier wieder Autos stehen,
vor der Naunyn 46.
Uli, der Miethai erzählt Geschichten,
an runden Geburtstagen fängt er an zu dichten,
er ist der Chronist vom Oranienplatz.
Seine Fotosammlung umfasst ne ganze Dekade,
die Geschichten reichen zurück über Jahre,
handeln von Schicksalsschlägen, Feiern und Rabatz.
Der Tag fängt an mit Geräuschen aller Art,
von Müllwagen bis zum Streit um ein Rad,
vor der Naunyn 46.
Die Leute hier im Haus
sind mehr kreativ als fleißig,
hier lebt noch das alte SO 36,
in der Naunyn 46.
Auf dem O-Platz sitzen Trinker mit ihren Hunden,
sie bleiben dort bis tief in die Abendstunden
und werden dann von ihnen nach Hause gebracht.
Aus den Gang SUVs dröhnt fetter Gangsterrap,
der schmeißt alle Mieter*innen aus dem Bett,
manchmal dröhnt es laut, bevor es kracht.
Jeden Tag ne Demo am Oranienplatz,
hier im dritten Stock verstehst du jeden Satz,
in der Naunyn 46.
Der Kuchenkaiser wurde übernommen,
seitdem wirkt es etwas runtergekommen
vor der Naunyn 46
Die Nacht ist lang, es gibt oft Geschrei
und wenn es mal knallt kommt die Polizei
doch immer öfter, kommt sie auch nicht.
Die Drogendealer haben Konjunktur,
sie fahren auf einer breiten Kokstaxispur,
der Kiez ist offen, aber nicht ganz dicht.
Was hier so läuft das schweißt zusammen
es läuft nicht immer rund,
manchmal gibt’s auch Pannen,
in der Naunyn 46.
Später wird darüber gelacht,
die Geschichten wurden hier gemacht,
in der Naunyn 46.
Der Mythos ist längst zum Klischee geworden
im Sommer überschwemmt von Touristenhorden
spielt so mancher wilde Sau.
Das Haus am Platz übersteht auch das,
hier gibt nur es selten Neid und Hass,
doch der Umgangston ist manchmal rau.
Kommst Du mal vorbei irgendwann,
grinst der Charme der Zeit dich an,
in der Naunyn 46.
Neuigkeiten & Termine
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Zur Geschichte des Oranienplatzes
Zu Lebzeiten versorgte „unser Miethai“ Hans Ulrich Fluß Mieter:innen und Neuankömlinge mit selbst verfassten Informationen zur Geschichte der „Kuchenkaiser“-Häuser und ihrer Umgebung. Ein Zeitdokument von ca. 1984, wiedergefunden von Kay Vega.
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Was bisher geschah… der lange Weg von der Miete zur Genossenschaft – oder nicht?
Wir arbeiten seit 1 ½ Jahren daran, unser Zuhause in die Obhut einer Genossenschaft zu bringen. Die Hausbewohnerin und Mitstreiterin, Ursula Schröder, skizziert den langen Weg mit seinen Herausforderungen und Hindernissen.
Links
Weiterführende Links für Bewohner:innen und Neugierige.
Förderung Bestandserwerb
Eckpunkte Förderung des Bestandserwerbs durch Genossenschafren auf der Seite Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen.
Leitbild Selbstbau e.G.
„Das satzungsgemäße Ziel ist vorrangig eine gute, sichere und sozial vertretbare Wohnungsversorgung.“ – Das Leitbild „unserer“ Genossenschaft.
Förderung für Mieter:innen
Die KfW fördert den Erwerb von Genossenschaftsanteilen für selbstgenutzte Genossenschaftswohnungen – sowohl bei Neugründung als auch bei Beteiligung an einer Wohnungsgenossenschaft.
Kontakt
Fragen, Presseanfragen und Liebesbriefe bitte an
Mieter:innengemeinschaft Naunynstr./Leuschnerdamm
mieter_innen@kuchenkaiserhaus.de
Für Klageschriften & Hatemails prüfen Sie bitte das
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